Claudia Grau: Gestalten statt verwalten!
(bmk) Eigentlich hat Nürtingen alles, was eine Stadt ihrer Größenordnung braucht. Die attraktive Lage am Neckar, viel Grün, Vielfalt von Kunst und Kultur, Schulen und Bildungsstätten unterschiedlichster Art und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren, durchaus aber für die Vorstellungen, die sie von ihrer Stadt haben, streiten. Was also sollte eine Bürgermeisterin wie Claudia Grau da noch verändern wollen ?
Auf der letzten Mitgliederversammlung der Nürtinger SPD erläuterte Frau Grau in einer „tour d’ horizon“ ihre derzeitigen und künftigen kommunalpolitischen Handlungsfelder. Diese werden zwangsläufig auch davon geprägt, was Nürtingen derzeit nicht in ausreichendem Maße hat. So fehlt es leider an Geld, was beispielsweise bei einem Sanierungsstau bei städtischen Gebäuden oder Straßen wenig Anlass zur Freude gibt. Dazu herrscht bei vielen Bürgern eine Mentalität des Bewahrens, was im Prinzip nicht schlecht ist, es andererseits aber häufig schwierig macht, neue Lösungen zu finden und zu realisieren. Bei diesen heterogenen Rahmenbedingungen sind kreative Ansätze gefragt. Nicht stillhalten muss die Devise heißen, sondern sensibel weiterentwickeln ist angesagt.
Und genau das ist, das Motto von Bürgermeisterin Grau: „Möglichst kostenneutral gestalten statt verwalten“. Was darf man sich darunter vorstellen? Frau Grau streifte eine Vielzahl von Themen von denen hier nur drei beispielhaft herausgegriffen werden sollen. So etwa Stichwort Kinderbetreuung: Bei der Kinderbetreuung, einem für die Stadt sehr wichtigen Themenfeld, wäre eine Konzentration von Einrichtungen in einem Stadtteil im Sinne und Interesse der Eltern sinnvoller als wenn die Einrichtungen weit voneinander entfernt lägen. Ein weiteres Beispiel, Stichwort Schulen: Ist es notwendig und wenn ja in welcher Form, die Betreuungszeiten in unseren Schulen auszuweiten? Ein letztes Beispiel, Stichwort „Demografischer Wandel“: Entsprechen die bisherigen Wohn-, Versorgungs- und Mobilitätsangebote in allen Stadtteilen den Bedürfnissen, die sich zwangsläufig aus dem Älterwerden unserer Bürgerschaft ergeben? Wenn nicht, wo und wie und innerhalb welchen Zeitrahmens muss nachgebessert werden? Diese „Quartiersentwicklung“ muss folglich aktiv von der Stadt gesteuert werden.
Fazit aus nur diesen drei Beispielen: Es muss das Kerngeschäft der Verwaltung der Stadt Nürtingen und ihrer Führung sein, Nürtingen für alle seine Bürgerinnen und Bürger, egal ob jung oder alt, ob mit kleiner oder großer Familie oder alleinlebend, ob noch berufstätig oder schon verdient im Ruhestand, so lebens- und liebenswert wie möglich zu machen. Das bedeutet „Gestalten statt verwalten“, um diese Ziele erreichen zu können. Die Sozialdemokraten nahmen die Ausführungen von Frau Grau mit großem Interesse zur Kenntnis, deckten sich doch viele Ansätze mit eigenen Überlegungen und bisher gestellten Forderungen.
Nachdem die Bürgermeisterin die Versammlung verlassen hatte, waren noch die Oberbürgermeisterwahl und die Volksabstimmung zu Stuttgart 21 auf der Agenda. Bei Letzterer waren sich die Anwesenden einig, dass in punkto Volksabstimmung die Landespartei ihr Licht zu sehr unter den Scheffel gestellt hat, denn letztlich kam die Initiative dafür aus den Reihen der SPD. „Tue Gutes und rede darüber“, ein Motto, das sich Landes-SPD nach Meinung des Ortsvereins für künftige Aktivitäten unbedingt auf ihr „to-do-Liste“ schreiben sollte.
"Den Steuermann nicht auswechseln" - SPD-Ortsverein unterstützt einstimmig Wiederwahl von OB Heirich
(we) Mit einem Rückblick auf die Erfolge seiner achtjährigen Amtszeit und Plänen für die Weiterentwicklung Nürtingens warb OB Heirich um Unterstützung beim Ortsverein der Nürtinger SPD. Er erhielt sie einstimmig.
Die letzte Mitgliederversammlung der Nürtinger SPD hatte nur einen Tagesordnungspunkt: die Kandidatur von OB Otmar Heirich für eine zweite Amtszeit im Nürtinger Rathaus. Heirich nannte drei Gründe, warum er erneut antritt: Erstens sein Wahlversprechen von vor acht Jahren, mehr als eine Wahlperiode für Nürtingen arbeiten zu wollen. Zweitens gäbe es noch einiges fortzuführen und zu bewegen, da sei es nicht gut, den Steuermann auszuwechseln. Und drittens mache ihm die Arbeit insgesamt nach wie vor Spaß.
Heirich nützte die Gelegenheit, auf seine achtjährige Tätigkeit in Nürtingen zurückzublicken. Die Weiterentwicklung von Schule, Sport und Kinderbetreuung sei in vielfältiger Hinsicht gelungen. An jeder Schulart gäbe es einen Ganztagesbetrieb, das Musikprofil fürs HöGy sei gegen den Willen des damaligen Kultusministers Rau durchgesetzt worden. „Im Kinderbetreuungsbereich gab es auch eine Veränderung in den Köpfen“, führte der OB aus und meinte damit die inzwischen selbstverständliche Berücksichtigung der freien Träger in diesem Bereich.
Durch die Trennung von Leichtathletik und Fußball, der Ausbau der Stadien Wörth und Neckarau sowie der Bau zweiter Kunstrasenplätze konnten Engpässe und Reibungen im Sportgeschehen beseitigt werden. Freilich stehe noch der Bau einer neuen Großsporthalle aus.
Die Nürtinger Innenstadt müsse weiterentwickelt werden. Durch eine Bürgerbefragung erreichte er seinerzeit, dass die Überfahrt über den Stadthallenplatz gesperrt wurde. Vor allem sei es wichtig, das Warenangebot durch neue Geschäfte attraktiver zu machen. Der Citymarketingverein spiele hierbei eine wichtige Rolle, ebenso wie die Tourismusförderung und das kulturelle Angebot. Durch die großen Ausstellungen und attraktive Veranstaltungen habe die Innenstadt belebt werden können. Dennoch bleibe auch hier einiges zu tun. Heirich wies darauf hin, dass in seiner Amtszeit zwei Wirtschaftskrisen den finanziellen Spielraum deutlich eingeschränkt hätten. Dennoch sei Nürtingen am Ende des Jahres 2009 praktisch schuldenfrei gewesen. Dadurch sei es möglich gewesen, auch in der Krise wenigstens einige Projekte in Angriff zu nehmen, wenn auch mit Schulden: die Renovierung der Halle in Raidwangen, der Bau des Kindergartens Pfluggarten sowie die Erweiterung der Realschulen.
Um die weiteren Aufgaben angehen zu können, will Heirich die Wirtschaftskraft Nürtingens stärken. Firmen, die sich in Nürtingen halten wollen, bräuchten größere Gewerbeflächen; hierfür biete sich der Große Forst an. Die Erweiterung der Kläranlage schaffe die Voraussetzung dafür, dass sich neue Betriebe ansiedeln und Menschen nach Nürtingen ziehen könnten. Auch diene die Kläranlage der Umwelt wie auch die Stiftung Ökowatt und das Energieberatungszentrum, das sich inzwischen zu einer wichtigen Beratungsstelle entwickelt hat.
Lobend äußerte sich Heirich auch über die im Bürgertreff angesiedelte Bürgerbeteiligung, die sich in seiner Amtszeit verdoppelt habe. Auch arbeite er daran, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in Planungsprozesse mit einzubeziehen. Der Runde Tisch zum Wörth-Areal sei ein guter Ansatz gewesen, der verfeinert und ausgebaut werden müsse.- Im Anschluss an diese Darlegungen diskutierten die Mitglieder eine gute Stunde kritisch über verschiedene Positionen, sprachen dann jedoch einstimmig dafür aus, Heirich bei seiner angestrebten Wiederwahl zu unterstützen.
SPD-Vorstand bestätigt
SPD-Vorstand in Jahreshauptversammlung bestätigt
(we) Beim Ortsverein der Nürtinger SPD standen in diesem Jahr wieder Wahlen auf dem Programm. Bei der Jahreshauptversammlung im „Wirtshaus am Rathaus“ wurde jüngst der Vorstand bestätigt.
In ihrem Rechenschaftsbericht ließ die Ortsvereinsvorsitzende Bärbel Kehl-Maurer die wichtigsten Aktionen und Veranstaltungen des vergangenen Jahres Revue passieren. Besonders hob sie auf die traditionelle Aschermittwochsveranstaltung hervor, auf der das 26. „Ei der Heckschnärre“ an Dr. Uschi Eid verliehen wurde. Ein weiterer Höhepunkt war das Sommerfest mit frisch gekürten SPD-Landesvorsitzenden Nils Schmid.
Kehl-Maurer bedankte sich für die gute Zusammenarbeit innerhalb des Ortsvereins und verwies auf die vielen Aufgaben des laufenden Jahres sowie auf die neugestaltete Homepage (www.spd-nuertingen.de).
Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstands einschließlich des Kassenwarts wurden alle Ämter neu gewählt. Dabei gab es keine Überraschungen; alle Kandidatinnen und Kandidaten wurden ohne Gegenstimmen bei wenigen Enthaltungen gewählt. Vorsitzende ist Bärbel Kehl-Maurer, ihre Stellvertreter August Fischer und Klaus Seeger. Als Kassier wurde Achim Metzger, als Protokollant Hartmut Busch bestätigt. Als Beisitzer wurden Corina Günther, Helmut Hartmann, Angela Tuchscherer, Dominik Busch und Erika Maag-Brammer gewählt. Die beiden Kassenrevisoren Sieglinde Hartmann und Wolfgang Dietz-Gabriel wurden im Amt bestätigt.
Als Kreisdelegierte wurden Bärbel Kehl-Maurer, Helmut Hartmann, Angela Tuchscherer.
Gerade jetzt braucht man die SPD !
Gut besuchte Mitgliederversammlung der Nürtinger SPD am 4. Dezember 2010 Hochkarätig besetzt war die adventliche Mitgliederversammlung der Nürtinger SPD: Neben Oberbürgermeister Heirich waren auch der Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Nürtingen, Rainer Arnold, sowie der SPD-Landtagskandidat Walter Bauer anwesend. Zudem wurden drei Mitgliedern für langjährige Zugehörigkeit zur SPD Urkunde und Anstecknadel überreicht.
Der Nürtinger Regionalrat Helmut Hartmann wurde für seine 40jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt. Rainer Arnold zählte seine zahlreichen Ämter auf, die er innerhalb der SPD bekleidete, vom stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden über Stadtrat und Kreisrat bis zum Regionalrat; letzteres Amt übt er seit 1994 aus. Arnold lobte insbesondere die „Gründlichkeit seiner Argumente“ und die „hohe Verlässlichkeit“ Helmut Hartmanns. Seine Frau, Sieglinde Hartmann, trat 15 Jahre nach ihrem Mann in die SPD ein. Sie machte sich als Kreisdelegierte, Kassenrevisorin und vor allem als „SPD-Fischweib“ einen Namen, indem sie seit vielen Jahren maßgebend das Fischbüfett zubereitet, das den krönenden Abschluss der SPD-Aschermittwochsveranstaltung beim „Ei der Heckschnärre“ bildet.
Ebenfalls für seine 25-jährige Zugehörigkeit zur SPD wurde Herbert Herold ausgezeichnet. Der ehemalige Stadtrat engagierte sich über viele Jahre im SPD-Ortsverein, beim Arbeitskreis Kommunalpolitik und hat wesentlichen Anteil an dem Nürtinger Bestseller „Das andere Nürtingen“, das 1989 herauskam und die Geschichte von SPD und Gewerkschaften in Nürtingen aufarbeitete.
Walter Bauer, Landtagskandidat der SPD im Wahlkreis Nürtingen/Fildern, kritisierte die derzeitige Medienlandschaft, die die SPD in der Berichterstattung deutlich benachteilige. Dabei brauche man die SPD gerade in einer Zeit, in der massiv im Sozialbereich gekürzt werde, mehr denn je. Rede man mit den Menschen und zeige differenziert auf, was die regierende Koalition beschließe, ernte man ein positives Echo. Die Steuerentlastung für Hoteliers oder die Atompolitik finde kaum Befürworter.
Auch Rainer Arnold sah in der Diskussion mit den Menschen eine Chance, sie von der Richtigkeit der SPD-Politik zu überzeugen. Beim Thema „Rente ab 67“ müsse deutlich gemacht werden, dass die langsame, schrittweise Verlängerung der Arbeitszeit erst dann beginne, wenn der Arbeitsmarkt überhaupt Chancen biete, ältere Menschen zu beschäftigen; dies habe die SPD ausdrücklich ins Gesetz geschrieben, doch werde dies in der öffentlichen Diskussion oft nicht erwähnt. „Wirtschaftliche Verantwortung mit sozialer Kompetenz“ – dies zeichne die SPD aus und unterscheide sie deutlich von den GRÜNEN.
Diese beiden Werte will auch Oberbürgermeister Heirich stärker im Gemeinderat verankert wissen. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt habe für die Nürtinger Liste/Grüne keine Bedeutung, dabei könne unser Sozialsystem ohne wirtschaftliche Entwicklung nicht bezahlt werden. Beim Wörth-Areal signalisierte Heirich Gesprächsbereitschaft: alle Interessierten müssten an einen Tisch gebracht werden. Es gebe bereits Nachfrage nach den geplanten Wohnungen auf dem Areal. Mit Blick auch auf das Gelände der Freien Kunstschule sagte der OB: „Wohnen und Naturerleben müssen zusammengebracht werden.“
Im Übrigen verteidigte er die Investitionen der Stadt in Raidwangen sowie in die Realschulen und in die Kinderbetreuung: „Wir müssen antizyklisch vorgehen, damit sich die Betriebe auch in der heutigen wirtschaftlichen Situation halten können.“
Am Ende kam dann noch der Nikolaus (Wolfgang Dietz-Gabriel) und brachte, garniert mit klugen Sprüchen, jedem der Anwesenden ein passendes Geschenkle. Zufrieden mit dem Verlauf und der engagierten Diskussion, schloss die Ortsvereinsvorsitzende Bärbel Kehl-Maurer die Mitgliederversammlung. wz

